Spracherwerbsstörungen (SES/ SES)

Der Spracherwerb ist ein sehr komplexer Prozess. Normalerweise ist er bis zum 6. Lebensjahr abgeschlossen, so dass mit der Einschulung das grundlegende Regelsystem in der Muttersprache erlernt worden ist. Dazu gehören die unterschiedlichen Bereiche von Sprache, nämlich die Ebene der Aussprache, das Verstehen von Sprache, der Erwerb der Wortbedeutungen, der Wortschatzaufbau, das Erlernen des Satzbaus und die Einsicht in die Funktion von Sprache. Ebenso vielfältig können die unterschiedlichen Ebenen in ihrer Entwicklung gestört sein: Bei der Aussprache zeigen sich z.B. Probleme, die Laute jeweils korrekt auszuwählen (beispielsweise wird der Laut / t / durch den Laut / k /ersetzt: „Kür“ anstelle von „Tür“ oder „Auko“ anstelle von „Auto“).

Der Wortschatz kann nicht altersgemäß entwickelt sein: Beispielsweise benutzt ein 4jähriges Kind überwiegend die Tätigkeitswörter „tun, machen“ für Handlungen, die speziellere Verben wie „schneiden“ oder „fegen“ erfordern würden. Beim Satzbau kann es zu einer fehlerhaften Satzbildung kommen („das Mädchen mit die Puppe spielen“) oder zu einer verminderten Vielfältigkeit („Mädchen spielt“ oder „weh tut“). Weiterhin können sich Probleme bei der Wortbeugung zeigen („viele Rollers“, „das schönes Haus“) oder es zeigen sich Auffälligkeiten beim Blickkontakt oder beim Antwortverhalten.