Stottern/Poltern (bei Kindern)

Stottern und Poltern gehört zu den sog. Redeflussstörungen, bei denen es zu Unterbrechungen im Sprechablauf kommt. Beim Stottern kommt es zu Wiederholungen von Anfangslauten oder Silben, Dehnungen und/oder Blockaden. Diese Symptome werden unter Umständen von Mitbewegungen und Vermeidungsverhalten begleitet. Viele Kinder entwickeln Ängste vor dem Sprechen, ziehen sich eventuell zurück und trauen sich nicht, in bestimmte Sprechsituationen zu gehen.

Die Ursache für Stottern kann eine Veranlagung sein, Gründe können aber auch im neuropsychologischen und psychosozialen Bereich liegen. Bekannt sind die Faktoren, die das Stottern eines Kindes verstärken und vermindern können. Aus diesem Grunde sollte möglichst rechtzeitig ein Gespräch zwischen Eltern und Logopäden stattfinden. Stottern tritt häufig im Alter von 2-5 Jahren auf und bei den meisten Kindern verschwindet es in der Regel nach einigen Monaten wieder.

Zwei Behandlungsansätze in der Therapie des Stotterns haben sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Bei dem sog. “Fluency Shaping“ Ansatz wird versucht, anstelle des Stotterns ein weiches, flüssiges Sprechen zu erlernen, sodass es gar nicht erst zum Stottern kommt. Diese Technik muss in kleinen Schritten und intensiv geübt werden und wird dann langsam auf das Alltagssprechen übertragen. Der zweite Ansatz geht zurück auf den Therapieansatz nach Charles van Riper, der zunächst einmal vorsieht, dass eigene Stottern besser kennen zu lernen und bestehende Sprechängste abzubauen. Im weiteren Verlaufe der Therapiesitzungen werden sog. Modifikationstechniken benutzt, die Stottern verflüssigen sollen und schließlich wird dies auch auf das Alltagssprechen übertragen.

In Abgrenzung zum Stottern kommt es beim Poltern zwar auch zu erheblichen Unflüssigkeiten beim Sprechen, hier ist aber meistens das hohe Sprechtempo dafür verantwortlich, dass sich das Kind beim Sprechen verhaspelt, ins „Stolpern“ gerät oder zum Beispiel auch Endlaute verschluckt. Ein polternder Sprecher wird deutlicher und flüssiger, wenn er sich konzentriert und bewusster liest oder spricht. Sprechängste sind hier kaum ausgeprägt.