Stottern/Poltern

Beim Stottern kommt es zu Wiederholungen von Anfangslauten oder Silben, Dehnungen und/oder Blockaden. Diese Symptome werden unter Umständen von Mitbewegungen und Vermeidungsverhalten begleitet. Viele Betroffenen entwickeln Ängste vor dem Sprechen, ziehen sich eventuell zurück und trauen sich nicht, in bestimmte Sprechsituationen hineinzugehen. Die Ursache für Stottern kann eine Veranlagung sein, Gründe können aber auch im neuropsychologischen und psychosozialen Bereich liegen.

Zwei Behandlungsansätze in der Therapie des Stotterns haben sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Bei dem sog. “Fluency Shaping“ Ansatz wird versucht, anstelle des Stotterns ein weiches, flüssiges Sprechen zu erlernen, sodass es gar nicht erst zum Stottern kommt. Diese Technik muss in kleinen Schritten und intensiv geübt werden um dann langsam auf das Alltagssprechen übertragen zu werden.

Der zweite Ansatz geht zurück auf die Therapieansätze nach Charles van Riper, der zunächst einmal vorsieht, dass eigene Stottern besser kennen zu lernen und bestehende Sprechängste abzubauen. Im weiteren Verlaufe der Therapiesitzungen werden sog. Modifikationstechniken benutzt, die das stotternde Sprechen verflüssigen sollen und schließlich wird dies auch auf das Alltagssprechen übertragen. Hier ist dann aber immer noch das Stottern erlaubt.

Beim Poltern, von dem auch vor allem junge Erwachsene betroffen sein können, kommt es wie beim Stottern zu erheblichen Unflüssigkeiten im Sprechablauf. Hier ist allerdings meistens das hohe Sprechtempo dafür verantwortlich, dass sich der Betroffenen beim Sprechen verhaspelt, ins „Stolpern“ gerät oder zum Beispiel auch Endlaute verschluckt. Ein polternder Sprecher wird deutlicher und flüssiger, wenn er sich konzentriert und sorgfältiger liest oder spricht. Sprechängste sind hier kaum ausgeprägt.

Bei der Sprechapraxie ist die Bewegungsplanung der Aussprache gestört. Diese Erkrankung führt zu Suchverhalten nach den richtigen Artikulationsbewegungen und behindert dadurch den Sprechablauf erheblich. Die Sprechapraxie ist zentral (also das Gehirn betreffend) bedingt.